Comeback mit Haltung
Nach monatelanger Pause kehrt das levantinische Restaurant Berta zurück. Stefanie Hofeditz erlebt vertraute Aromen, neu justiert
Rund sieben Monate war das levantinische Restaurant geschlossen. „Wir mussten schließen, um die gesamte Elektrik im Gebäude erneuern zu lassen. Anschließend haben wir noch die Fenster ausgetauscht“, sagt Co-Founder & CEO Tomer Lanzman (Foto) im Gespräch mit EssPress.
Die Karte wirkt nach der Wiedereröffnung vertraut, ebenso der Vibe, und doch hat sich Entscheidendes getan. Nach fast drei Jahren regulären Betriebs habe man endlich die Zeit gehabt, das Menü neu zu justieren. „Das Konzept war von Beginn an, die Geschichte von Berta, Assafs Großmutter, zu erzählen. Jetzt betonen wir noch stärker die kulinarische Brücke zwischen Jerusalem und Berlin“, so Lanzman. Jedes Gericht trage diese Verbindung in sich, sei es durch Geschmack, Techniken oder Gewürze.
Zum Auftakt empfiehlt sich das Kubaneh-Brot, ein aufwendig hergestelltes Hefebrot, das über Nacht aufgeht, frisch gebacken wird und mit Rote-Bete-Meerrettich-Aioli, Crème fraîche und Zhug serviert wird. Letzteres ist eine aromatische jemenitische Sauce aus Chili, Koriander, Knoblauch, Salz, Kreuzkümmel und Kardamom. Zu den herausragenden Gerichten zählen außerdem „Schnitzel and Gretel“, ein Hühnerschnitzel mit Kräutersalat, Himbeerketchup und Ras-el-Hanout-Senf, sowie „Salzburg’s Paccheri“, ein Gulasch mit Meeresfrüchten statt Fleisch – die aktuelle Menü-Karte finden Sie hier.
Auch das Gesamtkonzept hat sich weiterentwickelt, weg vom klassischen Restaurantbesuch hin zu einem ganzheitlichen Erlebnis. Service und Storytelling spielen dabei eine zentrale Rolle, am Wochenende legt zusätzlich ein DJ auf. „Wir wollen nicht nur klassische Gastronomie sein, sondern Raum für Erlebnisse schaffen“, sagt Lanzman. In den Schwesterrestaurants in Jerusalem und Paris sei dieser Ansatz schon lange verankert. „Ob die Gäste tanzen oder feiern, lässt sich natürlich nicht erzwingen, vieles hängt von der Stimmung im Raum ab.“ Während es in Paris bereits zahlreiche Konzepte dieser Art gibt, sind sie in Berlin bislang selten.
Auf politische Spannungen angesprochen, positioniert sich Lanzman klar: „Wir sind kein jüdisches Restaurant, wir servieren kein koscheres Essen. Wir bringen unsere Kultur mit und konzentrieren uns darauf, das zu tun, was wir am besten können, unsere Gäste glücklich zu machen.“
Berta
Stresemannstraße 99, Kreuzberg,