Fotos: Joann Pai Aufmacher Pamela
Pamela

Mailand in Mitte

Ist das die richtige Portion Investition, Lebensfreude und Köstlichkeit, die der Gendarmenmarkt­kiez braucht, um wieder in Schwung zu kommen? Nach dem Weggang des Regent Hotels samt Restaurant, der Schließung von Gila & Nancy und der desolaten Entwicklung der Friedrichstraße bleibt zu hoffen, dass die Eröffnung des italienischen Publikumslieblings Pamela die gastronomisch schwierige Gegend belebt. Autorin Stefanie Hofeditz glaubt jedenfalls, Pamela ist die entspannte, glamouröse Neueröffnung, die Berlin gebraucht hat

Es ist das 35. Restaurant der Big Mamma Group. In Berlin landete sie mit dem bunten, szenigen Lokal „Coccodrillo“ am Weinbergspark bereits einen Volltreffer, der übrigens auch für einen entspannten Sonntagslunch bestens geeignet ist.

Foto: Jérôme Galland Pamela Interieur

Jetzt lädt die erwachsene Schwester Pamela nach Mitte ein. In den ehemaligen Räumen des glücklosen Fine-Dining-Restaurants Victor & Victoria, das nur ein kurzes Gastspiel gab, ist nach vollständiger Renovierung auf zwei Ebenen ein lässiges Lokal im Stil des Mailands der Achtzigerjahre entstanden. Hier wurde nicht nur viel Geld investiert, sondern auch Geschmack und kulturelle Sensibilität eingebracht, wie die Fotos im Treppenaufgang zeigen. Muranoleuchten, Lederbanquettes, die verspiegelte Decke und das schummrige Lichtkonzept bieten die Bühne für Dates, Treffen mit Freunden und Geschäftsessen.

Hausgemachte Pasta
Mafaldine al Tartufo

Serviert werden italienische Klassiker, modern gedacht. Chefköchin Chiara stammt aus Benevento im südlichen Italien, das Serviceteam ebenso vom Land des Stiefels. Wenige Wochen nach der Eröffnung ist das Team bereits perfekt eingespielt, entspannt und charmant. Auf der Speisekarte empfehlen sich besonders die Vorspeisen und die hausgemachte Pasta, wie die Mafaldine al Tartufo mit Trüffelsauce, Mascarpone und frischen Trüffeln, eines der besten Pastagerichte, das ich außerhalb Italiens gegessen habe.

Serviert werden zudem Salate, neapolitanische Pizza sowie diverse Gerichte mit Fisch und Fleisch, teils dry aged, etwa die Costata di manzo: ein 1,2 kg schweres Rib-Eye-Steak mit Knochen, 28 Tage dry aged, serviert mit zwei Beilagen und drei hausgemachten Saucen für 110 Euro, das sich je nach Hunger auf zwei bis vier Personen aufteilen lässt.

Choco Clap Clap
Profiterole al Pistacchio

Als Dessert lockt unter anderem der Choco Clap Clap, das ist eine Schokoladentarte mit gesalzenem Karamell, Kaffeepraline und Chantilly aus Mascarpone. Auch die Profiterole al Pistacchio dürfte schnell zum Favoriten werden: warme dunkle Schokolade und cremiges Pistazieneis. Und natürlich darf Tiramisu alle fragole mit einem Hauch Marsala nicht fehlen.

Die Cocktailkarte bietet vom Klassiker bis zum Trendmix für jeden etwas. Fans des Espresso Martini kommt eine Degustation aus drei Varianten des Szenedrinks in kleinen Gläsern entgegen.

Pamela
Charlottenstraße 59, Mitte, www.bigmammagroup.com/de/italienische-restaurants/pamela, Mo-Do 12-15 + 17-23 Uhr, Fr 12-16 + 17.30-23.30 Uhr, Sa+ So 12-16.30 + 17.30-23.30 Uhr, Vorspeisen ab 6 €, Pastagerichte ab 16 €, Pizza ab 16 €, Hauptgänge ab 29 €, Fl. Wein ab 28 €

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Stand: Juli 2026