Kunstgenuss

Die Kunst, die Kultur & der Genuss

Sie sind an einer Hand abzuzählen, die Restaurants und Cafés in Museen, in denen den Besuchern ein ähnlich anspruchsvoller Genuss geboten wird wie in den Ausstellungsräumen. Die Hauptstadt besitzt rund 170 Museen und außergewöhnliche Kunstschätze. Doch wenn es um die Kultur des guten Essens und Trinkens geht, dann ist Berlin eher ein Schlusslicht im Vergleich zur internationalen Museumsgastronomie

Mittags ist kaum noch ein Platz zu bekommen. Im Cu29 herrscht Hochbetrieb, jeden Tag, von morgens bis abends. Die James-Simon-Galerie ist das Eingangsgebäude und Besucherzentrum auf der Museumsinsel Berlin. Benannt wurde sie nach James Simon (1851–1932), einem der bedeutendsten Mäzene der Staatlichen Museen zu Berlin. Also: Alle Besucher kommen hier vorbei und sie geben den Rhythmus vor, für das Restaurant Cu29. Der Name ist die chemische Formel für Kupfer und eine Anspielung auf Kupferbecher, die ausladende Kupferdecke und gegenüber ist der berühmte Kupfergraben.

Der Entwurf für das neue Gebäude stammt von David Chipperfield Architects. Der Betreiber der Museumsgastronomie ist die BMB-Gruppe. Eine Gruppe, die mittlerweile 22 gastronomische Adressen betreibt. Die werden nicht nach einem 08/15-Prinzip organisiert; jede Adresse hat ihren eigenen Stil. Und das entsprechende Führungspersonal. Isabell Wendel ist Restaurantmanagerin, Veit Kuschkow der Küchenchef des Cu29. Beide sind erfahrene Gastronomen, die den Ansprüchen des Architektenteams, der Museumsverwaltung und der Besucher gerecht werden müssen.

Gastgeberin Isabell Wendel und Küchenchef Veit Kuschkow Cu29

Der Raum, architektonisch in seiner Klarheit und Stringenz beeindruckend, das Mobiliar entsprechend puristisch und handwerklich anspruchsvoll gefertigt. Ein sehr länglicher Raum – für den Service eine Herausforderung. Die Tische sind rechts und links angeordnet, Küche und Bar befinden sich jeweils am Ende des Raumes. Schon den Tisch wiederzufinden bedarf eines Tricks, und es wird gelaufen und gelaufen.

Mittlerweile sind es 22 Mitarbeiter, die das Geschäft mit dem Genuss am Laufen halten. Die Speisekarte scheint den Nerv der Museumsbesucher zu treffen. Der automatische Türöffner weniger – das nur am Rande. Die Qualität der Zubereitung? Veit Kuschkow zeigt, was Berliner Küche sein kann. Seine Currywurst kommt mit eigens kreierter Sauce auf den Tisch, die Königberger Klopse werden handgeformt; „Berlin fresh“ nennt er seinen Stil und es kommt dann auch mal eine Berliner Babaganoush auf den Tisch.

Isabell Wendel ist ausdauernde und zuvorkommende Gastgeberin. Für sie gibt es keinen Unterschied ob Touristen oder Berliner zum Essen kommen. „Die Zeiten sind lange vorbei, in denen Museumsbesucher mit Convenience Food abgespeist werden konnten. International ist die Museumsgastronomie schon sehr viel weiter, ob New York, Sydney oder Paris – da wird die Kochkunst ähnlich bewertet wie die museale“, so Wendell, die bei ihren Reisen den Unterschied zu Berlin erlebt hat. Und da das Cu29 unabhängig vom Museum geöffnet ist, würde sie gerne den abendlichen Besuch und die Dinnerkarte attraktiver machen. Aber noch ist das ein Geheimtipp, dass man ab 18 Uhr die Besonderheiten des Cu29 in aller Ruhe genießen kann.

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(Den vollständigen Artikel, in dem z.B. das Beba im Martin-Gropius-Bau, das Café in der C/O Berlin Foundation oder das Futurium vorgestellt wird, können Sie in der aktuellen Ausgabe lesen)

Cu29
Bodestraße 1-3, an der Eisernen Brücke, Mitte, www.cu-berlin.de, täglich 10-22 Uhr Küche