Maurizio Oster, Foto: Elissavet Patrikiou © Südwest Verlag Aufmacher Oster
Buchtipps

Kochbücher für jede Gelegenheit

Von einfachen Gerichten bis zu raffinierten Menüs: Buch-Empfehlungen für jeden Geschmack

Foto: Elissavet Patrikiou © Südwest Verlag Maurizio Oster

Ein Beweis der Freude am Kochen

Ob man Hunger hat oder Hunger bekommt? Das Buch Die große Freiheit von Maurizio Oster macht auf jeden Fall Lust, zu kochen und zu essen

Ein sympathischer Vertreter der Normalität, ein Profi-Koch mit Michelin-Stern, ein Familienmensch und ein St.-Pauli-Fan, erkennbar auf dem Foto auf Seite 12. 1988 in Hamburg geboren, wächst Maurizio Oster in Norddeutschland mit Nähe zu Garten, Gemüse und einfacher Hausmannskost auf. Nach seiner Kochausbildung arbeitet er in renommierten Häusern wie dem Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten und sammelt Erfahrung auf der MS Europa. In Hamburg steigt er später zum Küchenchef im Vlet auf und beginnt, seine eigene, zunehmend reduzierte Handschrift zu schärfen. Die Rezepte in seinem Kochbuch sind Ausdruck dieser Erfahrung und Haltung.

Foto: Elissavet Patrikiou © Südwest Verlag „Frühstück“

Mit „Frühstück“ geht es los. Da werden die Zubereitungen zum Beispiel für Pancakes über Erdbeermarmelade bis Kartoffelrösti mit Spiegelei und gebratenen Pilzen klar und zuverlässig erklärt. Beim nächsten Kapitel „Familienküche“ dreht es sich hauptsächlich um Comfort Food – und das ist wirklich einfach nachzukochen, gut nachvollziehbar und alltagstauglich. Für Kinder gibt es Würstchensuppe und Fischstäbchen, die Königsberger Klopse verbinden Generationen.

Für Feingeister hat Oster einiges zu bieten. Einer seiner Grundsätze beim „Fine Dining“ lautet: reduzierter Aufwand und maximaler Geschmack. Dieser Ansatz prägt auch seine Arbeit im Restaurant: 2018 übernimmt Oster das Zeik in Hamburg-Winterhude und formt es zu einem lässigen Fine-Dining-Restaurant mit starkem Fokus auf regionale Produkte. Für Profis mag der reduzierte Aufwand gelten, am heimischen Herd bleibt es anspruchsvoll. Schon beim Rezept für Rote Bete mit Meerrettich sind mehrere Vorbereitungen und Arbeitsschritte nötig. In diesem Kapitel sollte man sich nichts einbilden: Das ist Sterneküche, gut erklärt, aber fordernd. In dieser Sektion sollte sich kein Hobby-Koch, keine Hobby-Köchin etwas vormachen lassen.

Es folgt „Unterwegs“ – Snacks für unterwegs, passend zu einem Koch, der auch abseits der Küche aktiv ist, denn parallel zur Restaurantarbeit wird Oster durch TV-Auftritte, Jurorentätigkeiten und Festivalpräsenz zu einem prägenden Gesicht der norddeutschen, modernen Gemüseküche. Die Rezept-Ideen eignen sich für Picknick, Spaziergänge und Familienausflüge. Ideal für den Frühsommer.

Den Abschluss macht der Teil „Für Gäste“. Dieses Kapitel macht erneut Mut und Lust darauf, Neues auszuprobieren, etwa marinierte Lachsforelle oder Entenkeulen. Dass seine Küche nicht nur ausgezeichnet, sondern auch zeitgemäß ist, zeigt sich auch in der Anerkennung: 2022 erhält das Zeik einen Michelin-Stern sowie den Grünen Stern für Nachhaltigkeit, Oster wird in Ranglisten unter die wichtigsten Köche des Landes gewählt.

Was Maurizio Oster unter Teamgeist versteht, zeigt sich auf den letzten Seiten. Denn „samstags wird es magisch“. Mit dem Zeik-Team kommt alles, was übrig ist, in eine Auflaufform. Chaos und Kreativität werden zum gemeinsamen Essen – und zur Gelegenheit, die Woche Revue passieren zu lassen. (emh)

Oster Cover

Die große Freiheit
Simple Gerichte, geiler Geschmack
von Maurizio Oster
Südwest Verlag,
www.penguin.de,
192 Seiten, 25 €,
Erscheinungsdatum: 27.5.2026



Ein bisschen unheimlich, ein wenig klassisch und ziemlich zugänglich

Es ist ihr 100. Kochbuch: eine kuratierte Best-of-Auswahl im typischen Martha-Stewart-Stil und durchaus als Grundkochbuch geeignet

Foto: Todd Eberle, 1999 © DK Verlag Martha Stewart

Sie hat es geschafft: Martha Stewart hat den amerikanischen Traum verwirklicht. Zwar war sie keine Tellerwäscherin, finanzierte ihr Studium in Kunst, Architektur und Geschichte jedoch als Model. Danach arbeitete sie sehr erfolgreich als Aktienbrokerin an der Wall Street, bis sie Anfang der 1970er-Jahre ausstieg, Kolumnen über Kochen, Garten und Wohnen schrieb und ein Catering-Business aufbaute. Das war die Grundlage für ihr erstes großes Buch „Entertaining“.

Die heute über 80-Jährige gründete später ein Medienimperium: Martha Stewart Living Omnimedia mit Zeitschriften, TV-Shows, Produktlinien, Websites und digitalen Kanälen. Nun also ihr 100. Werk mit 100 „Lieblings­rezepten“ aus der klassisch amerikanisch-europäischen Küche. In Zeiten, in denen das politische Verhältnis zwischen den USA und Europa eher knirscht, wirkt diese kulinarische Selbstverständlichkeit transatlantischer Verbundenheit fast beruhigend altmodisch. In der Küche gehören beide Seiten des Atlantiks weiterhin ganz selbstverständlich zusammen. Auch für Anfänger*innen bietet das Buch eine solide, verlässliche Grundlage, um einfache Gerichte zuzubereiten und zugleich zu verfeinern. Die Pasta-Gerichte überzeugen, besonders die Putenfleischbällchen mit Spaghetti. Big Marthas Kartoffelstampf hingegen ist eine kleine Offenbarung. Frischkäse und Konditorsahne im Püree, wer kommt darauf? „Big Martha“ war übrigens Stewarts Mutter, die eine achtköpfige Familie bekochte.

Foto: © DK Verlag Martha Stewarts Küche

Insgesamt bekommt man eine geballte Ladung Martha Stewart. Sie liefert Rezepte für alle Lebenslagen: Frühstück und Brunch, dazu Suppen, Salate, Beilagen, Hauptgerichte, Cocktails und Desserts, ergänzt um persönliche Geschichten, private Fotos und konkrete, praktische Tipps. Alles auf professionellem Niveau, selten wirklich über­raschend, aber äußerst verlässlich.

Ihre Verwicklung in einen Finanzskandal jedoch bleibt ein spannender Aspekt ihrer Biografie. Die Nähe zum Aktienmarkt brachte sie 2001 in Bedrängnis, am Ende sogar ins Gefängnis. Verurteilt wurde sie nicht wegen Insiderhandels selbst, sondern wegen Verschwörung, Falschaussage und Behinderung der Justiz im Zusammenhang mit Aktien­verkäufen vor einem Kursverfall. Von Martha Stewart lässt sich auch lernen, wie man nach einem Reputationsknick eine Marke neu aufbaut und wie ein sehr amerikanischer Aufstieg mit Absturz und Comeback funktioniert. (emh)

Stewart Cover

Martha. Das Kochbuch
von Martha Stewart
DK Verlag,
www.dorlingkindersley.de,
304 Seiten, 35 €,
Erscheinungsdatum: 30.4.2026




Mara Grimm in Paris, Foto: Arno Bosma Mara Grimm

La vie en beurre

Foodjournalistin und Wahlpariserin Mara Grimm hat einen außergewöhnlichen kulinarischen Guide geschrieben: „Bon Appétit Paris“. Mit über 80 ausgesuchten Gastro-Adressen in allen 20 Arrondissements, dazu Einkaufstipps und Rezepte zum Nachkochen, kann beim nächsten Paris-Besuch nichts schiefgehen

Beim Schmökern in Mara Grimms kulinarischem Guide wird eines schnell klar: Was uns Berliner*innen fehlt, ist vielleicht ein wenig die romantische Verklärung unserer Stadt. Denn die Autorin erzählt nach sieben Jahren in der französischen Hauptstadt mit spürbarer Begeisterung vom genussvollen Pariser Lifestyle.

Foto: Mara Grimm Mara Grimm

Man möchte sofort die Pariser Sitte übernehmen und das Déjeuner, den Lunch, auch in Berlin zelebrieren. Vielleicht wäre die Stadt dann weniger anstrengend? Wie das in Paris funktioniert, erklärt Grimm im dritten Kapitel. Zuvor geht es um Le Bon Goût und das Petit Déjeuner.

Natürlich spielen Baguettes, Croissants, Pain au chocolat und Butter die Hauptrollen. Alles vom Feinsten. Man erfährt allerdings auch, dass der durchschnittliche Kaffee in Paris nach „jus de chaussettes“, also nach „Sockenwasser“, schmeckt. Ein Punkt für Berlin.

Das Mittagessen ist in Paris beinahe heilig. Kein Wunder: In Frankreich ist es gesetzlich verboten, am Schreibtisch zu essen. Artikel R4228-19 des Arbeitsgesetzes besagt: „Il est interdit de laisser les travailleurs prendre leur repas dans les locaux affectés au travail – Es ist verboten, Arbeitnehmer in den zur Arbeit bestimmten Räumlichkeiten essen zu lassen“. Arbeitgeber sind also verpflichtet, für ein angemessenes Mittagessen ihrer Mitarbeitenden zu sorgen.

Die ersten Déjeuner-Versuche bestätigen eindrucksvoll die Regel: Ein Glas Wein zum Mittagessen tut dem von Merz geforderten Arbeitseifer keinen Abbruch. In Frankreich sind werktags zwei Gänge üblich – entweder Vorspeise und Hauptgericht oder Hauptgericht und Dessert. Vieles glaubt man zu kennen, doch dass der Bistro-Klassiker œuf mayonnaise der ultimative Qualitätstest für Pariser Bistros ist, wissen wohl die wenigsten. Und so entdeckt man beim Lesen viele kleine Eigenheiten, Regeln, Konventionen und Rituale. Grimm erklärt in ihren sieben Kapiteln eine Stadt, die ihren Prinzipien des Genusses treu bleibt. Sie verknüpft Historie mit Gegenwart und liefert zu jeder Gelegenheit eine handverlesene Auswahl an Adressen, die man vertrauensvoll besuchen sollte.

Und Berlin? Die mürrische Hauptstadt sucht noch nach ihrem romantischen Zugang. Vielleicht kommt er zurück, wenn der Frühling einzieht und wir wieder draußen auf dem Trottoir sitzen können. Dann entfaltet auch Berlin seinen ganz eigenen Charme. (emh)

Mara Grimm Cover

Bon Appétit Paris
Ein kulinarischer Guide
von Mara Grimm
Prestel Verlag,
www.penguin.de,
220 Seiten, 26 €,
Erscheinungsdatum: 11.3.2026




The Duc Ngo, Foto: @cheftheducngo The Duc Ngo

Der „König der Kantstraße“ hat sein erstes Kochbuch veröffentlicht

The Duc Ngo hat eine kulinarische Reise durch sein gastronomisches Lebenswerk voller Neugier, Präzision und Weltoffenheit offengelegt

Fünf Jahre lang arbeitete The Duc Ngo auf der ganzen Welt als (Sushi-)Koch, ohne klassische Kochausbildung. 1999 eröffnete er sein erstes Restaurant Kuchi in Berlin auf der Kantstraße. Erst 25 Jahre später veröffentlicht er sein erstes Kochbuch – es ist die Dokumentation eines gastronomischen Lebenswerks und zu Recht wird er „König der Kantstraße“ genannt. Dort betreibt er heute in unmittelbarer Nachbarschaft fünf Läden mit verschiedenen asiatischen Küchenschwerpunkten. Ihm gelingt die feine Balance zwischen Authentizität seiner vietnamesisch-chinesischen Wurzeln und eigener Handschrift, weil er sich unermüdlich durch die Welt isst. Stabilität verleihen ihm seine Familie und langjährige Mitarbeiter. Er selbst bezeichnet sich als calm wilderness. Die Wildheit sieht man ihm auf den Portraits im Buch nicht immer an. Sie steckt in den Rezepten.

Die 80 Rezepte stammen aus acht seiner Restaurants, nach denen auch die Kapitel überschrieben sind. Zwei davon, Moriki und Burbank, sind in Frankfurt, dort kommt bunte kalifornische Küche auf den Tisch: Hamachi Kalamata, roh marinierte Gelbschwanzmakrele mit Oliven und Tomate, Zwiebel. Aufwendig zum Nachkochen dagegen liest sich die 25-Zutaten-Liste von Lost Monk, einem farbenfrohen Wok-Gericht mit Fleisch, Gemüse und Garnelen.

Frittierte Aubergine

Im Kapitel 893 Ryōtei finde ich ein einfaches Gericht, für das ich alle Zutaten zuhause habe: frittierte Aubergine mit Sesamsauce. Die kalte Tahin-Sauce ist schnell zusammengerührt. In der Zeit ist das Öl auf 180°C hochgejazzt und in wenigen Minuten sind die Auberginenstreifen goldgelb frittiert und abgetropft. Es entsteht eine wonnige Symbiose aus weich, heiß und samtig-salzig. Das Rezept stimmt 100 Prozent in Optik und Machart.

Aufwendiger in Einkauf und Zubereitung sind die Wan Tans aus dem Restaurant Golden Phoenix in Berlin. Die Füllung besteht aus Wildschweinnackenhack, Schweinebauch und Pilzen. Zubereitungszeit ca. 2 Stunden. Ein wärmendes Herbstgericht, das satt und happy macht und einwandfrei funktioniert.

Falls man keine Lust hat zu kochen, geht man in seine Restaurants. Schließlich erfährt man aus dem Kochbuch genau, was einen dort erwartet: nur Gutes! (Karin Laudenbach)

The Duc Ngo Cover

Neue asiatische Küche
von The Duc Ngo
DK Verlag,
www.dorlingkindersley.de,
272 Seiten, 34,95 €,
Erscheinungsdatum: 28.10.2025




Kalte Nudeln mit geriebener Tomate & Chiliöl Kalte Nudeln

Unverkrampft, demokratisch und mit Spaß

Molly Baz ist eine bekannte US-amerikanische Köchin, Rezeptentwicklerin und Food-Autorin. Sie lebt in Los Angeles und betreibt neben ihren Social-Media-Kanälen auch einen digitalen Rezeptclub. Mit More is More ermutigt sie dazu, mit Neugier, Freude und ohne Perfektionismus zu kochen

Baz ist laut – und zwar im besten Sinne. Sie zeigt klar, was sie kann und wer sie ist, ohne sich von aktuellen Hypes oder Trends in der Kochwelt beeinflussen zu lassen. Sie macht es allen einfach: Kochen soll Spaß machen und nicht durch zu exaktes Abmessen ausgebremst werden. Ihre Rezepte sind kreativ, unkompliziert und voller Geschmack. Ihr Mantra lautet: Wagnisse eingehen, um ein Gericht besser zu machen und mehr Vertrauen in die eigene Kochfähigkeit zu gewinnen.

Molly Baz, Fotos: © DuMont Molly Baz

Sie ist herrlich skrupellos. Die Hitze wird hochgedreht, Salz kann immer etwas mehr sein, Mayonnaise kann auch gekauft werden, Gurkenwasser ist eine selbstverständliche Zutat und Zitronen und Knoblauch sowieso. Manche Rezepte gehen „Verdammt Schnell“: etwa kalte Nudeln mit geriebener Tomate und Chiliöl. Die Sauce zur Pasta wird mit viel Zitronensaft, Knoblauch, Sojasauce, Salz und Basilikum abgeschmeckt – perfekt als Sommergericht. Oder die in Olivenöl gebadeten Kartoffeln – ein unkonventioneller Kartoffelsalat, der zu vielem passt, aber auch als Solist beeindruckt. Im Buch finden sich Gerichte wie eine zerzauste Lauch-Pizza, eine Umami-Lasagne oder ein One-Pot-Chicken-Mejadra – eine Art Mujaddara, ein Linsen-Reis-Gericht aus dem Nahen Osten. Die Rezepte brauchen kaum exotische Gewürze, erfordern aber Mut, als Anfänger*in oder Hobbyköch*in vertrautes Terrain zu verlassen.

Baz plädiert dafür, beim Kochen weniger strikt nach exakten Vorgaben vorzugehen und stattdessen auf den eigenen Geschmack und die Intuition zu vertrauen. Sie setzt weniger auf exakte Mengenangaben und mehr auf das Abschmecken und Anpassen während des Kochens. „More is More“ ist nichts für Feiglinge – wie Tim Raue sagen würde. Aber gerade deshalb macht es Spaß, den eigenen Kochstil auszuprobieren und weiterzuentwickeln.

More is More

MORE IS MORE
100 mutige Rezepte
von Molly Baz
DuMont Buchverlag,
www.dumont-buchverlag.de,
304 Seiten, 32 €,
Erscheinungsdatum: 15.7.2025




Thomas Straker Thomas Straker

Alles in Butter

Thomas Straker hat sich mit seinen Kochvideos auf Instagram und TikTok bereits einen Namen gemacht. 2022 eröffnete er sein Restaurant Straker’s in Notting Hill. Kürzlich veröffentlichte er sein erstes Kochbuch mit dem deutschen Titel Rezepte die du lieben wirst

All Things Butter, Fotos: © Callwey All Things Butter

Bekannt wurde Straker durch seine virale „All Things Butter“-Reihe. Während des Corona-Lockdowns begann er, Kochvideos auf den sozialen Medien zu posten. Besonders seine „All Things Butter“-Reihe wurde zum viralen Hit und brachte ihm Millionen Follower ein. Daraus entstand auch seine eigene Buttermarke All Things Butter mit kreativen Sorten wie Schokolade, Algen oder gerösteter Hühnerhaut.

Es überrascht daher nicht, dass klassische und kreative Butter-Varianten wie braune Butter, Algen- oder Ndjuja-Butter in seinem Kochbuch prominent an erster Stelle in Szene gesetzt werden. Das zweite Kapitel widmet sich dem Thema Brot. Neben Milchbrötchen liegt der Schwerpunkt vor allem auf Fladenbroten, eigentlich sind es Pizzarezepte. Straker verbindet in seinem Kochstil klassische britische Küche mit mediterranen Einflüssen. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich: Seine Rezepte sind direkt und klar strukturiert und zum Teil bodenständig: ob Brathähnchen mit Pommes, Tagliolini mit Tomatensauce oder klassische britische Pies.

Besonders anregend sind die spielerischen und modernen Rezepte in den Kapiteln „Salat“ und „Pasta“, was gerade in der aktuellen Jahreszeit sehr passend ist. Der grüne Bohnensalat mit Mandelblättchen und Pfirsichen ist eine echte Entdeckung. Das Gnocchi-Rezept führt auch bei etwas aufwendigerer Zubereitung zum Erfolg. Es zeigt, wie verständlich Straker schreibt, sodass auch Anfänger*innen Schritt für Schritt zu einem gelungenen Ergebnis kommen.

Beim Thema Fisch und Fleisch finden sich sowohl klassische Gerichte wie Ochsenbäckchen als auch einfache Fleischbällchen. Ein persönlicher Favorit für ein Essen mit Familie und Freund*innen sind die Schweinekoteletts mit Pflaumen. Im Kapitel Gemüse gibt es wenige Überraschungen, aber die gerösteten Karotten mit Joghurt und Dukkah sind eine Inspiration.

Britische und mediterrane Küche: Strakers Kochbuch ist zu jeder Jahreszeit eine Anregung. Seine Ausbildung in renommierten Restaurants wie „The Dorchester“ und „Elystan Street“ in London spiegelt sich in der Präzision und dem Qualitätsanspruch seiner Rezepte wider. Der deutsche Titel des Kochbuches ist etwas hoch gegriffen: „Food You Want to Eat“ – so der Original-Titel – trifft es wohl eher.

REZEPTE die du LIEBEN wirst

REZEPTE die du LIEBEN wirst
von Thomas Straker
Callwey,
www.callwey.de,
272 Seiten, 32 €,
Erscheinungsdatum: 8.5.2025




Fotos: © DuMont / Claudia Gödke Scherennudeln

Viel mehr als Nudeln und Teigtaschen

Sie macht es allen einfach. Sissi Chen zeigt, wie chinesische Küche funktioniert. Und das schon seit Jahren auf ihrem Instagram-Kanal @eatinginberlin sehr erfolgreich. Jetzt gibt es ihre Rezepte auch analog, als Kochbuch

Es ist ein originelles und liebevoll produziertes Kochbuch geworden. Schon die Farbauswahl signalisiert Sissi Chens Anliegen: Chinesische Tradition trifft auf Moderne – Rot ist traditionell die Farbe des Glücks, Pink weltoffene Leichtigkeit. Sissi offeriert Rezepte, die sie selbst als traditionell bezeichnet, die aber in jeder Region, in jeder Familie anders zubereitet werden. Ihr Anliegen ist es, dass diejenigen, die ihre Rezepte nachkochen, einen größeren Spielraum haben. Deshalb auch Sissis Mantra: abschmecken, abschmecken, abschmecken. Wer gerne und oft kocht, weiß, dass ein Rezept nicht immer gleich schmeckt.

Sissi Chen Sissi Chen

Um chinesisch zu kochen benötigt man spezielle Zutaten. Sissi Chen beschränkt diese auf gerade mal ein Dutzend. Das ist überschaubar und in jedem Asia-Markt zu haben. Den Anfang machen Nudel-Rezepte und wie man unter anderem Weizennudeln selbst fabriziert. Das scheint machbar, genau wie die darauf folgenden Saucen. Auch wie man Shanxi Biang Biang herstellt, erklärt sie Schritt für Schritt – das sind handgezogene Nudeln aus der Shanxi-Provinz. Und dann gibt es noch die Anleitung von Tian-Shui- sowie Scherennudeln (Foto oben). Alles machbar!

Danach kommen die Rezepte für Tofu und Gemüse. Das sind Klassiker, die immer gehen und eventuell Tofu-Skeptiker eines besseren belehren. Vegetarier*innen haben ihren Spaß damit.

Das Kapitel, das wohl das persönliche Hauptargument für den Kauf des Buches ist, ist das über Teigtaschen. Das Grundrezept ist wie das für die Nudeln. Aber die vielen verschiedenen Varianten von Füllungen sind begeisternd. Ob mit Schweinefleisch und Chinakohl, ob mit Möhren und Frühlingszwiebeln (die sind eigentlich überall dabei), ob mit Sauerkraut oder Zucchini.

Jiaozi heißen die einfachen Teigtaschen, die gefüllten Hefebrötchen nennen sich in China Baozi – sie gibt es auch in süßer Variante. Für Hobby-Köch*innen sind die Xiao Long Bao eine Herausforderung, denn die Teigtaschen werden mit einem Teil Gemüsebrühe befüllt.

Es gibt auch ein Kapitel zu Chinesisch Neujahr, in dem die Zubereitung von speziellen Festtagsgerichten erklärt wird. Und zum Schluss schlägt Sissi Chen noch Menüs vor, für vier bis acht Personen. Bitte nicht vergessen: Es werden mehrere Gerichte gleichzeitig serviert und geteilt.

Einfach Chinesisch

EINFACH CHINESISCH
Rezepte für jeden Tag
von Sissi Chen
DuMont Buchverlag,
www.dumont-buchverlag.de,
192 Seiten, 30 €,
Erscheinungsdatum: 16.4.2024




Petrina Engelke und Gabriele Frankemölle, Fotos: © Christian Verlag Petrina Engelke und Gabriele Frankemölle

4000 kulinarische Kilometer

Unterwegs auf der Route 66. Gabriele Frankemölle und Petrina Engelke sind quer durch die USA gereist und haben typische Rezepte aus acht Bundesstaaten gesammelt. Entstanden ist ein Kochbuch mit Kulturbeilage, wie die Autorinnen es selbst bezeichnen

Es ist eine herrlich undogmatische Rezepte-Sammlung. Und sie macht die USA sympathisch. Gabriele Frankemölle nimmt unter dem Motto „Von unterwegs“ dekadentes Fastfood mit, wie das „Horseshoe Sandwich“ aus Illinois: eine Scheibe Brot mit irgendeinem Fleisch, Pommes und Käsesauce drüber oder „Fried Oreos“ aus Arizona. Das aber eher am Rande. Hauptsächlich sind es typische Gerichte der einzelnen Bundesstaaten, die unterschiedliche Kulturen verdeutlichen. In Chicago, Anfang oder Ende der Route 66, sind es unter anderen italienische Einflüsse, die bei „Deep Dish Pizza“ oder „Spaghetti & Meatballs“ zu erkennen sind. Zur Warnung: Es sind nur Einflüsse, Purist*innen werden staunen.

Zu jedem Bundesstaat gibt es Interviews, in Illinois mit Mike und Debby Funk über Ahornsirup und Farm-Alltag. Aber auch Hintergrundinfos sind zu finden. Warum z.B. in Kansas nach Ersatz für Weizen geforscht wird. Wie gesagt, es ist ein Kochbuch mit Kulturbeilage.

Roasted Vegetables with Walnut Vinaigrette & Feta Dip Roasted Vegetables

Bei der Vorstellung des Buches in Berlin trafen sich Food-Journalist*innen, Influencer*innen und die Branche im Innenhof der amerikanischen Botschaft. Serviert wurde „Salmon with Pecan Crust“, ein Rezept aus New Mexico und gebackene Süßkartoffelscheiben. Beides simpel in der Rezeptur, angemessen für einen Mittags-Snack. Doch Vorsicht beim Nachmachen: Der Lachs kann schnell trocken werden. Dazu gab es Wein aus Kalifornien und typische „Old-Fashioned Lemonade“, die mit braunem Zucker gesüßt besser schmeckte als mit weißem.

Im Buch-Kapitel über New Mexico kommt Andi Murphy zu Wort. Sie ist Navajo, lebt in New Mexico, bereist aber ganz Nordamerika, um über das Essen der Native Americans und das Native American Food Movement zu recherchieren und darüber in ihrem Podcast „Toasted Sister“ zu berichten. Denn mittlerweile gibt es immer mehr Restaurants, die indigenes Essen kultivieren.

Am Ende des Buches geht es um Kalifornien, und dort ist die aktuelle Esskultur den Europäern sehr nahe. Neben Bowls und Avocado Toasts gibt es auch hier die Bemühungen, sich aus dem Fastfood-Sumpf zu befreien. Es gibt eine Initiative, bei der 500 Familien als Mitglieder mit frischem Gemüse und Obst beliefert werden, die 64 Angestellte in sieben Gärten anbauen. Über die Situation in Richmond und wie es zu dieser Initiative kam, erzählt Doria Robinson, Direktorin der Organisiation Urban Tilth. Dazu passt das Rezept „Roasted Vegetables with Walnut Vinaigrette & Feta Dip“. Mehr braucht es manchmal nicht.

Cook Across America

COOK ACROSS AMERICA
66 Kultrezepte entlang der legendären Route 66.
Gerichte. Porträts. Geschichten.

von Gabriele Frankemölle und Petrina Engelke
Christian Verlag,
www.verlagshaus24.de,
224 Seiten, 29,99 €,
Erscheinungsdatum: 20.3.2024




Gebackener Spitzkohl auf Tahini-Joghurt Gebackener Spitzkohl

Fein und unkompliziert

Dass beides funktionieren kann, zeigt Fabian Dietrich in seinem Kochbuch „Casual Fine Dining“

In der Bubble der Food-Journalist*innen ist er eine feste Größe. Unter dem Label About Fuel zeigt er schon seit Jahren, wie jede und jeder ein bisschen feiner kochen kann. Und wenn man ihn bei Events trifft, ist er immer ein eloquenter Gesprächspartner. Über Sauerteig und Brotbacken z.B. kann man sich stundenlang unterhalten. Oder über das Bauen von Holzregalen. Eigentlich über fast alles!

Fotos: Fabian Dietrich / fabian@aboutfuel.de Fabian Dietrich

Er publizierte bisher digital, auf seiner Homepage, auf Instagram und seit neuestem auf TikTok. Die Kochbuchverlage haben erkannt, dass die Rezepte der digitalen Rezeptentwickler*innen in analoger Form garantiert eine lukrative Auflage bringen. Denn wer Fabian digital schätzt, der wird auch analog zugreifen. Nun also ist das Buch „Casual Fine Dining“ von Fabian Dietrich auf dem Markt.

Es ist eine gelungenes Buch, gerade die Stills als auch die Abbildungen der Gerichte sind von Fabian und machen Appetit auf mehr. Die Rezepte, nach Jahreszeiten unterteilt, sind leicht zu verstehen. Im Kapitel Winter ist der Spitzkohl angesagt und auf Tahini-Joghurt sieht er nicht nur gut aus, das Rezept wird nachgekocht. Die Zubereitung dauert ca. zwei Stunden und fällt etwas aus dem Rahmen, sollten in dem Buch doch 70 unkomplizierte Rezepte zum Feierabend sein. Es wurde deshalb am Wochenende zubereitet und das Ergebnis macht diesen Zeitaufwand deutlich wett. Es bedeutet nämlich nicht zwei Stunden Arbeit. Der Spitzkohl wird im Ofen gebacken, bis die äußeren Blätter schwarz werden, und danach kommt die einfache Zubereitung. Auch der Tahini-Joghurt ist schnell gemacht. Das Topping, die eingelegten roten Zwiebeln, die bleiben erst mal weg, die müssen extra zubereitet werden. Das passiert aber garantiert demnächst. Genauso wie das Rezept mit gebratenem „Chicorée in Honig-Sauce mit Sardinen“. Letztere kann man nämlich eingelegt schon kaufen. Fabian Dietrichs Kochbuch macht es leicht für Anfänger*innen und gleichzeitig ist es Anstoß für private Köch*innen, mal etwas anderes zu probieren, sich von Fabians Ideen inspirieren zu lassen. Und bei Rezepten in analoger Form muss man nicht ständig auf Stop oder Vor oder Zurück drücken.

Casual Fine Dining

CASUAL Fine Dining
70 unkomplizierte Rezepte
für außergewöhnlichen Genuss
am Feierabend

von Fabian Dietrich
Christian Verlag,
www.verlagshaus24.de,
224 Seiten, 34.99 €,
Erscheinungsdatum: 26.10.2023




Udo Einenkel Udo Einenkel

To Go & Zuhause

Mit Einmachgläsern ist mehr möglich als man denkt. Udo Einenkel zeigt mit seinem Kochbuch „Himmlische Verführungen aus dem Einmachglas“, was alles geht

Fotos: © Udo Einenkel Einmachgläser

Udo Einenkel ist Romantiker, zumindest was die fotografische Gestaltung seines Kochbuches betrifft. Und auch der Titel „Himmlische Verführungen aus dem Einmachglas“ lässt einen Hang zum Figürlichen vermuten. Aber mit den 55 Rezepten beweist er professionellen Pragmatismus. Man kann die veganen und vegetarischen Rezepte mit und ohne Gläser fabrizieren. Doch wer hat seit Corona und der Boxen-Bestellungen bei Restaurants nicht zig dieser Behälter in verschieden Größen in den Regalen oder Küchenschränken rumstehen?

Ein Hauptgericht und ein Dessert wird ausprobiert: Die „Polenta mit Chili-Gemüse und Pimiento de Padron“. Das ist wirklich simpel nachzukochen und lässt einem den Spielraum, eventuell die Polenta noch mit Muskat zu verfeinern und mehr als die empfohlene Parmesanmenge zu verwenden. Das Chili-Gemüse macht auch keine Umstände, und insgesamt ist es ein gelungenes Zusammenspiel von Cremigkeit mit dezenter Schärfe und der zarten Bitterkeit der Pimientos. Das kommt ohne Gläser aus, wird ganz klassisch auf dem heimischen Herd zubereitet. Es ist aber für Meal Prep, also zur Vorbereitung für den nächsten Tag geeignet. Da machen Gläser wieder Sinn.

Das Dessert, der „Vanille-Flan mit Rhabarber-Ingwer-Kompott“ wird ohne letzteres realisiert. Sorry, Udo Einenkel, im Nachhinein war das keine gute Idee. Der Flan ist zwar gelungen – der muss in Gläsern und im Wasserbad zubereitet werden – und bekam einerseits Zuspruch, dem männlichen Probanden schmeckte es nicht. Von Verführung war da also nichts zu merken. Da fehlte wohl die säuerlich-scharfe-fruchtige Komponente.

Was als nächstes unbedingt ausprobiert wird, sind die Brot-Rezepte wie Mini-Fladenbrot oder Rosinenstuten im Glas. Das ist ein Schwerpunkt im Kochbuch von Einenkel. Der übrigens einer der Pioniere der vegetarischen Küche ist. Er hat bereits 1990 ein vegetarisches Restaurant in Kreuzberg eröffnet. Das war mutig zu dieser Zeit, aber auch damals schon erfolgreich.

Himmlische Verführungen

Himmlische VERFÜHRUNGEN AUS DEM EINMACHGLAS
55 vegane und vegetarische Rezepte für Meal Prep und To Go
von Udo Einenkel
Christian Verlag,
www.verlagshaus24.de,
160 Seiten, 29,99 €,
Erscheinungsdatum: 28.9.2023




Gustav Klimts „Buchenwald I“ inspirierte Felicity Souter zu Wildreissalat mit warmen Waldpilzen Gustav Klimt

Kunst kommt von Kochen

Es ist witzig, es ist einmalig und es sind einfache Rezepte, die von Kunstwerken inspiriert sind. „Kunst Kochen“ von Felicity Souter ist nicht nur ein Must-have für Kunstliebhaber*innen

Felicity Souter © Patch Harvey Photography Felicity Souter

Man kann auch über manche Kombinationen lachen. So z.B. beim Rezept zu Henri de Toulouse-Lautrecs „La Troupe de Mademoiselle Églantine“. Zu dem Porträt der tanzenden, die Beine schwingenden Damen hat Autorin Felicity Souter ein Rezept von Lammkoteletts gestellt. Die Frau hat Humor, aber auch detaillierte Kenntnisse über über die Ess- und Kochgewohnheiten der Künstlerschaft. Und so erfährt man, dass Toulouse-Lautrec nicht nur gerne feierte, sondern auch ein hervorragender Koch war und zu denkwürdigen Diners einlud.

Fast schon eine Nachbildung ist das relativ einfache Rezept zu Mark Rothkos „Orange and Yellow“. Dazu gibt es ein Rezept für eine Röstpaprika-Tarte. Mark Rothko hatte auch so seine Eigenheiten, er lehnte einen Auftrag des Restaurants Four Seasons in New York ab. Das war ihm zu posh, er war „entsetzt über das luxuriöse Ambiente und die Preise“.

Wildreissalat mit warmen Waldpilzen © Felicity Souter Wildreissalat

Gustav Klimt hingegen mochte es recht üppig, zumindest was die Kalorien betraf. Er favorisierte Schlagsahne zum Frühstück und verbrachte anschließend seine Tage an der frischen Luft und im Wald. Und so ließ sich Felicity Souter, Künstlerin, Food-Stylistin, Food-Fotografin und leidenschaftliche Hobbyköchin zu einem „Wildreissalat mit warmen Waldpilzen“ inspirieren.

Insgesamt enthält das Buch 52 Rezepte, die sich einfach nachkochen lassen, und letztendlich immer eine individuelle Handschrift beim Anrichten tragen. Für Gesprächsstoff ist auf jeden Fall gesorgt und vielleicht sollte man das Buch bei einem gemeinsamen Essen mit Freunden einfach rumgehen lassen.

Kunst kochen

KUNST KOCHEN
52 Rezepte inspiriert von Kunstwerken,
von Mark Rothko bis Frida Kahlo

von Felicity Souter
Prestel,
www.penguin.de,
240 Seiten, 36 €,
Erscheinungsdatum: 20.9.2023




Herr Raue reiste auch nach Havanna © 2023 Callwey Aufmacher Raue

Reisen bildet weiter

Und Tim Raue gibt sein Wissen gerne weiter. Mit dem Buch zur Serie ist ihm ein kulinarischer Wegweiser durch die Welt gelungen

Tim Raue im Tabasco-Land © 2023 Callwey Tim Raue

Zugegeben: die Rezepte interes­sieren erst mal weniger. Seine Reiseberichte sind der spannendste Anreiz und die Empfehlungen, wo man gut trinken oder essen sollte. War man schon mal auf Kuba, in Havanna, ist einiges wieder­zuerkennen, die Zigarrenfabrik, die Bar La Floridita und die unglaubliche Freundlichkeit der Menschen dort. Im Kapitel über New Orleans wird der Erfolg der Tabasco-Sauce, die in fünfter Generation hergestellt wird, erklärt. Dazu gibt es unter vielen anderen ein simples Cocktailrezept für eine „Tabasco Mary“.

Raue nimmt einen mit nach Amerika, nach Afrika, durch Europa und Asien. Aus Afrika macht das Mohas Kürbispüree an, aus Europa, aus Madrid, die Tortilla, aus Sizilien die Pasta Norma und aus Asien, aus Singapur, „Rote-Bete-Schweine­bauch-Dim-Sum“, eines der schwierigsten Gerichte zum Nachkochen. Die meisten Rezepte sind jedoch down to earth.

Raues Kochbuch sollte immer neben dem Sofa oder als Abendlektüre neben dem Bett liegen. Es ist zum Schmökern, als Inspiration und zum Kennenlernen von anderen Kulturen und deren Genussfreude bestens geeignet.

Herr Raue reist

HERR RAUE REIST
So schmeckt die Welt
von Tim Raue
Callwey,
www.callwey.de,
304 Seiten, 39,95 €,
Erscheinungsdatum: 20.9.2023




Linsensalat mit Kürbis und Zitrone © Prestel Linsensalat

Fine Noon

Es ist ihr drittes Kochbuch. Die erfolgreiche Autorin Meike Peters widmet sich dem häufig vernachlässigten Mittagessen

Meike Peters Meike Peters

Sie macht es einem einfach. Auch wenn Meike Peters mit ihrem ersten Kochbuch „Eat In My Kitchen“ den James Beard Foundation Award gewonnen und ihr zweites Buch „365: Jeden Tag einfach kochen & backen“ auf der Best-Cookbooks-Liste der New York Times stand. Nichts wirkt kompliziert.

Beim ersten Durchblättern stellt sich bei Hobby-Köch*innen die Frage: Brauch ich das? Nach intensiverem Lesen lautet die Antwort: Aber unbedingt! Meike Peters versteht ihre Rezepte als Vorlage, um aus den Zutaten, die im Kühlschrank zu finden sind, etwas Feines zuzubereiten. Sich selbst etwas Gutes tun, so die Devise. Einkaufen sollte man dennoch schon. „Mit simplen Basics arbeiten“ und auch mal Fertigprodukte zu verwenden, ist keine Sünde. Aber in fast jedem Rezept finden sich frische Zutaten, also viel Obst und Gemüse.

In acht Kapiteln offeriert sie kleinere Gerichte, die zu jeder Tageszeit passen. Und da gerade Kürbiszeit ist, wird das Rezept „Linsensalat mit geröstetem Kürbis und Zitrone“ nachgekocht. Passte alles – bis auf das Rösten des Kürbis’. Da sollte man die Hitze kurz auf 250 Grad und Umluft hochdrehen. Sonst wird das nichts mit den Röstaromen. Und genau das ist das, was Meike Peters auch vermitteln will: ihre Rezepte als abwandelbare Inspiration.

Noon

NOON
Einfache Mittagsgerichte für jeden Tag
von Meike Peters
Prestel,
www.penguin.de,
256 Seiten, 28 €,
Erscheinungsdatum: 20.9.2023