Aufmacher OkSoberfest
OkSoberfest

„Tatsächlich ist das Feedback durchweg positiv“

Alexander van Hessen steht seit Jahren für gastronomische Ideen, Markeninszenierung und Live-Erlebnisse in Berlin. Mit dem OkSoberfest überträgt er die vertraute Atmosphäre eines Oktoberfests – Geselligkeit, Musik, gutes Essen und gemeinsame Rituale – in ein konsequent alkoholfreies Festivalformat. Im Gespräch erklärt er, welcher Impuls hinter der Idee steht und wie ein Fest ohne Alkohol dennoch echte Ausgelassenheit und Genuss erzeugen kann

Mit welchem alkoholfreien Getränk stoßen wir am Premierenabend an?
Alexander van Hessen: Wir fangen ganz klassisch mit einem alkoholfreien Bier an. Wir haben über 40 verschiedene Sorten zur Auswahl vor Ort, du darfst gern aussuchen oder dich durchprobieren. Aber natürlich gibt es auch mittlerweile tolle Alternativen für Wein, Sparklings und vorzügliche Aperitivo.

Alexander van Hessen

Das OkSoberfest soll ein offenes Fest für alle sein. Wie schaffst du es, dass es nicht nach moralischem Verzicht oder Nischen-Lifestyle aussieht, sondern einfach nach einem richtig guten Abend?
Wir verzichten ganz bewusst auf Belehrung und Programmpunkte die zu sehr ins Fachliche gehen. Das machen andere Veranstaltungsformate bereits sehr gut. Wir wollen ein buntes Programm bieten mit Unterhaltung und interaktiven Elementen. Wir lassen einfach den Alkohol weg – wahrscheinlich werden viele das nicht mal merken, weil sie auch so Spaß haben.

Warum gerade jetzt? Und wie erlebst du aktuell den Umgang mit alkoholfreien Drinks in Bars, Restaurants und auf Veranstaltungen? Hat sich da in den vergangenen Jahren spürbar etwas verändert?
Ich wollte damit schon viel früher starten, weil der Trend zu alkoholfreiem Genuss sich schon länger abzeichnet und immer stärker wird. Die junge Generation konsumiert deutlich weniger bis gar keinen Alkohol. Das macht v.a. Brauereien und der Spirituosenindustrie Sorgen und sorgt für Einbußen. Die Umsätze von alkoholfreien Alternativen steigen im Handel signifikant, in der Gastro langsamer – ein Festivalformat ist da ein optimales Tool, um neue Produkte erlebbar zu machen.

Welche Reaktionen bekommst du bisher von Getränkemarken, Gastronomiebetrieben, Sponsoren und Partnern? Und was sagen diese Rückmeldungen über das wirtschaftliche Potenzial alkoholfreier Angebote?
Tatsächlich ist das Feedback durchweg positiv, ganz selten wird man noch belächelt. Jedoch musste ich auch feststellen, dass einige große Brauereien und Getränkehersteller das Thema zwar verstehen, aber noch zögerlich mit festen Commitments sind. Ich hätte das ein oder andere tolle Produkt gern noch auf unserem Festival gehabt, aber Marketing- und Vertriebsgelder sitzen nicht überall locker – und ja, wir sind darauf angewiesen Gelder einzusammeln, da wir auch keinerlei Förderungen erhalten. Das Potenzial ist da – aber noch nicht alle setzen darauf.

Ist das OkSoberfest als jährliches Berliner Festival geplant – oder könnte daraus perspektivisch auch ein Format für andere Städte und Märkte werden?
Das OkSoberfest soll fester jährlicher Bestandteil in Berlin werden und perspektivisch darf es auch in anderen Städten stattfinden. Gedanken dazu gibt es bereits.

Flyer

Und natürlich müssen wir über das Thema Essen reden: Geht es eher um neu interpretierte Wiesn-Klassiker, um Berliner Gastronomie oder auch bewusst um internationale Einflüsse?
Kulinarisch wollen wir uns nicht am Münchner Oktoberfest orientieren. Es wird ein gesundes aber nicht verkopftes Essensangebot geben, das sich auch jeder leisten kann.

Wenn die Gäste am Ende des Abends nach Hause gehen: Mit welchem Gefühl oder welcher Erkenntnis sollen sie das OkSoberfest verlassen?
Am besten mit Vorfreude auf das nächste Jahr! Vielleicht entdeckt der ein oder andere Gast sein neues Lieblingsgetränk, spannende Alternativen, die er/sie in den Alltag einbauen kann oder hatte einfach zwei unterhaltsame Festivaltage ohne Kater danach.

OkSoberfest 2026
Samstag, den 10. und Sonntag, den 11. Oktober von 12 bis 19 Uhr, www.oksoberfest.de, Tagestickets gibts für 12 € inkl. 1 alkoholfreiem Freibier, das Wochenendticket für 14,99 €. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt (ohne Freibier).
In der Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, www.kulturbrauerei.de

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Stand: August 2026