Fotos: Claudia Gödke Aufmacher Felicitas Then
Felicitas Then

„Ich möchte Menschen von Essen erzählen, sie fürs Kochen begeistern“

Im NYX Hotel Berlin Köpenick zeigt Felicitas Then derzeit mit einer eigenen Aktion, wie nah Genuss, Unterhaltung und Inspiration zusammenliegen können. Zwischen kreativen Rezeptideen, persönlicher Handschrift und viel Begeisterung für gutes Essen wird schnell klar: Hier geht es nicht nur ums Kochen, sondern ums Erzählen von Geschichten. Wie aus einer Journalistin eine erfolgreiche TV-Köchin, Food-Bloggerin und Unternehmerin wurde – und warum sie Menschen vor allem eines mitgeben will: die Freude am Selbermachen

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1. War für dich immer klar, dass du beruflich beim Kochen landen wirst – oder sah es lange eher nach einer klassischen Journalismus-Karriere aus?
Felicitas Then: Ich habe wohl schon als Kind lieber gegessen als gespielt. Das Kochen kam dann ganz automatisch dazu. Kürzlich habe ich in meinem Abi­buch gelesen, dass ich wohl schon während der Schulzeit nur gekocht haben muss. Meine Freun­dinnen haben geschrieben, das einzige Problem an einer Freund­schaft mit mir sei, dass man vielleicht zunimmt, weil man den ganzen Tag köstliches Essen bekommt.
Nach der Schule habe ich mich trotzdem gegen eine klassische Kochausbildung entschieden. Auch, weil ich in Praktika gemerkt habe, dass ich mir nicht vorstellen kann, mich in der Ausbildung den ganzen Tag anschreien zu lassen und am Ende nur Brunoise zu schneiden und Kartoffeln zu schälen. Vielleicht wusste ich damals schon, dass es auch einen anderen Weg geben kann.
Bei der „Bild“-Zeitung, bei der ich später war, habe ich trotzdem immer nach Kochthemen gesucht. Leider hat Kai Diekmann damals Rezepte gehasst, aber ich habe es irgendwie trotzdem geschafft, ständig Döner-Eiscreme oder Imbiss-Tests unterzubringen.

2. Welche anderen beruflichen Ideen hattest du, bevor aus der Journalistin eine TV-Köchin, Food-Bloggerin und Reise-Expertin geworden ist?
Ich habe Kunst und Englisch auf Lehramt studiert, einfach weil ich keine andere Idee hatte. Danach bin ich zur „Bild“-Zeitung gegangen. Aber eigentlich wollte ich schon seit meiner Kindheit Köchin werden. Videos von Jamie Oliver oder Sarah Wiener haben mich immer fasziniert. Ich dachte: Genau das will ich machen. Ich möchte Menschen von Essen erzählen, sie fürs Kochen begeistern und ihnen dieses Gefühl geben, das ich habe, wenn ich für andere koche – pure Freude und Happiness.

3. Wenn du heute auf deinen Weg von der Redaktion zur eigenen kulinarischen Marke schaust: Was würdest du mit heutigem Wissen anders machen?
Ich glaube nicht, dass ich heute etwas anders machen würde, weil ich an jeder Station etwas gelernt habe. Bei der „Bild“-Zeitung habe ich gelernt, dass es nicht reicht, nur den leckersten Burger zu machen – er muss auch der schönste, schnellste und lauteste sein. Und in meinem Lehramtsstudium habe ich gelernt, wie man Menschen motiviert, etwas zu lernen. Genau das nutze ich heute in meinen Kochkursen und in meinen Rezeptvideos.

4. Welche Menschen oder Erlebnisse haben dich als Köchin und Unternehmerin am stärksten geprägt – in der Küche, auf Reisen oder vor der Kamera?
Als Kind habe ich mir „Der junge Koch“ – das Buch, das viele in der Ausbildung lesen – gewünscht und quasi auswendig gelernt. Statt der „Bravo“ gab es bei mir „Essen & Trinken“. Und während des Studiums wusste jeder: Vor 20.15 Uhr bin ich nicht zu haben, weil ich „Das perfekte Dinner“ schaue, um zu sehen, was andere kochen und wie es ankommt.

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5. Was muss man aus deiner Sicht unbedingt wissen, wenn man als „Ein-Frau-Unternehmen“ zwischen TV-Produktionen, eigenen Formaten, Büchern und Kooperationen alles unter einen Hut bringen will?
Ich glaube, neben dieser Leidenschaft braucht es vor allem Mut sowie die Bereitschaft, hart dafür arbeiten zu wollen. Und im besten Fall Menschen, die einen unterstützen. Ich bin sehr glücklich, dass mein Verlobter mir alle Freiheiten lässt, mir zu Hause den Rücken freihält und mich manchmal sogar auf Reisen begleitet. Ich stehe zwar allein vor der Kamera, aber so einen Partner an der Seite zu haben – der auch damit umgehen kann, dass ich in meinem Bereich sichtbarer bin – ist unglaublich wertvoll.

Felicitas Then
www.felicitasthen.de, www.instagram.com/felicitasthen, www.facebook.com/Felicitas.Then

Clash KITCHENS
im NYX Hotel, Grünauer Straße 1, Köpenick, www.instagram.com/clashberlinkoepenick


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